Orinta Z. Rötting
Clematis

„Ich sehe das Glück als ein Erkennen,
ein Anerkennen, ein Wiedererkennen,
 im dreifachen Sinn des Wortes („reconnaissance“).
Ich erkenne es als das Meine,
ich erkenne es beim anderen an,
und ich bin dankbar für das,
was ich an Glück erfahren habe
 und an kleinen Glücksfällen,
darunter die kleinen Glücksfälle der Erinnerung,
 um mich von den großen Unglücksfällen des Vergessens zu heilen.“

Paul Ricoeur

Jeder Film ist eine Begegnung zwischen Menschen. Alles verändert sich von dem Moment an, in dem die Kamera eingeschaltet wird. Es geht mir um diese Begegnung, die beide Seiten verändert. Der Film ist ein Prozess, auf keinen Fall nur ein Produkt, sondern das Ergebnis, die Erinnerung einer Begegnung.

In dem Augenblick, in dem der Zuschauer den Film sieht, entstehen weitere Begegnungen: die mit dem Film als Kunstwerk, aber auch die mit den Protagonisten, den Menschen, die im Film über sich und ihr Leben erzählen. Dieses Erzählen ist ein Erinnern, Anmahnen, Klagen und Hoffen, das beiden, dem Erzählenden und dem Betrachter zu einer neuen Identität verhilft.

In meinen Filmen möchte ich dem Erzählen Gestalt geben. Vor allem dem Erzählen von Zerbrochenem, Fragilem und Fragwürdigem. Denn darin steckt wohl der Beginn einer Heilung. Auf diese Weise hoffe ich zum Glück etwas beitragen zu können.

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